Erlebnisbericht zum Kan Geiko 2026
Das diesjährige Jahresauftakttraining Kan Geiko in Hasselt stand unter der Überschrift „Unsu“ und wurde geleitet von Dirk Heene, 9. Dan und Tom De Gersem, 5. Dan Kase Ha Shotokan Ryu. Aus Deutschland nahmen insgesamt zehn Karateka aus den Vereinen in Aachen und Rudolstadt sowie den beiden Berliner Vereinen „Miyako Kase Ha Karate“ und „Yoshitaka Karate Do Neuenhagen“ teil. Das Kyokyu Dojo Rudolstadt war durch Marcel und Annemarie mit zwei Teilnehmern vertreten. Annemarie trainierte in der Gruppe bis einschließlich 4. Kyu die Kata Bassai Dai. In der Oberstufe wurde die Kata Unsu trainiert und analysiert.
Für die Unterstufe wurde die Kata Bassai Dai in drei Teile zerlegt. Abschnittsweise wurde der Ablauf der Kata erlernt, wobei besonders auf die korrekte Ausführung geachtet wurde. Zu den einzelnen Sequenzen wurde jeweils die passende Anwendung demonstriert und geübt. Den Erklärungen und Anmerkungen zu den Details der Bewegungen und zum Hintergrund der Kata zu folgen gestaltete sich zeitweise schwierig, weil sie hauptsächlich auf flämisch erfolgte.
Die Besonderheit bei Unsu ist die Vielfältigkeit der Offenhand-Techniken, wie sie in keiner anderen Shotokan Kata vorkommt. Der Trainierende bekommt hier ein Ensemble an die Hand, mit welchem er sich gegen jeden Gegner unabhängig von dessen körperlicher Morphologie (groß/klein, schwer/leicht) verteidigen kann. Beim Partnertraining gab Sensei Tom nur die ersten ein bis zwei Techniken der Verteidigung vor. Für den folgenden Gegenangriff gab er lediglich Ideen, mal aus dem klassischen Shotokan, mal aus dem Judo oder auch aus dem Aikido. Jeder Übende durfte sich selbst die für sich selbst beste sowie zu seinem Partner passende Kombination heraussuchen und ggf. adaptieren. Diese Art des Trainings war selbstverständlich sehr anspruchsvoll, doch gleichzeitig auch sehr inspirierend, und half, die Idee von Unsu besser zu verstehen.
Trainingsmethodisch hat Sensei Tom diejenigen, die Unsu zum ersten Mal liefen, explizit darauf hingewiesen, die Kata langsam zu laufen und auf die korrekte Ausführung der Techniken zu achten. Viel zu oft werden Techniken zu früh schnell ausgeführt, sodass sich falsche Bewegungsmuster einschleifen, die später mühsam abtrainiert werden müssen. Besser ist es, einzelne Sequenzen langsam zu üben, bis deren Ausführung korrekt ist. Dies klingt banal und offensichtlich, doch manchmal vergisst man als Trainer, wie schwierig es „damals“ war, neue Bewegungen und Katas zu erlernen.
Mit diesen Gedanken und dem neu Erlerntem starten wir in das noch junge Jahr 2026 und freuen und darauf, bereits in 3 Wochen in Berlin bei unseren Freunden vom Yoshitaka Karate Do Neuenhagen wieder zusammenzutreffen und weiter gemeinsam zu trainieren.
Oss,
Annemarie und Marcel
weiterführende Links zu externen Inhalten
Hier noch ein paar Links zum Thema Unsu:
Embusen:
Kata von Kanazawa gelaufen: https://youtu.be/ozDrcTQo3zs?si=QwetoqIV2YwZ4J5M

